Geschichte
25-jähriges Bestehen


Entstehung:
Natürlich verfügte die Ortschaft Schlarpe über ein ansehnliches "Potential" an Junggesellen. Unter diesen Junggesellen gab es kleine
Gruppen, die sich mehr oder weniger regelmäßig trafen und gemeinsamen Aktivitäten nachgingen. Ein Ereignis jedoch rief sie aber schon
damals auf den Plan; nämlich wenn jemand aus ihren Reihen der Junggesellenzeit entfloh und in den heiligen Stand der Ehe trat.
Bei derart wichtigen Ereignissen war es selbstverständlich, dem "Abtrünnigen" das Geleit in einen neuen Lebensabschnitt zu geben. Das
geschah wie noch heute am Polterabend durch ein zünftiges Ständchen. Besonders stolz waren diese Junggesellen dann, wenn sie ihrer
Gesangsdarbietung auch jenseits der Ortsgrenzen - "überregional" - entsprechendes Gehör verschaffen konnten.
Die anschließenden vom Bräutigam gesponserten geselligen "Runden" stellten oft hohe Anforderungen an das persönliche Durchhaltevermögen
jedes Einzelnen.

Dennoch gab es häufiger das Problem, dass sich nur wenige der Schlarper Junggesellen an den Veranstaltungen beteiligten, weil sie
wegen fehlender Organisation von den Polterabenden nichts oder erst sehr spät erfuhren.
Auch waren die Anlässe für gemeinsame Feierlichkeiten und Unternehmungen zu selten, um eine dauerhafte und regelmäßige Bindung zu
erreichen.
Weiterhin wurden die traditionellen Bälle der verschiedenen Schlarper Vereine aufgrund rückläufiger Beteiligung immer weiter eingestellt,
so dass das gesellige Beisammensein unserer Dorfgemeinschaft immer seltener wurde.

Es entstand die Idee, einen Verein zu gründen, um einerseits alte Traditionen, wie Osterfeuer, Ostereiersammeln, Maibaum aufstellen,
Tanz in den Mai, etc. zu pflegen und darüber hinaus mit den Junggesellen in regelmäßigen, gemeinsamen Veranstaltungen die Geselligkeit
und den Zusammenhalt weiter zu fördern.

Kurz entschlossen begannen zwei Junggesellen - einer von ihnen gerade stolzer Besitzer eines Opel Kadett A (sog. Schuhkarton auf
Rädern) - den Ort zu durchkreisen.

Jedem Junggesellen, den sie auf ihrer Durchfahrt begegneten, berichteten sie von ihrer fixen Idee und waren überrascht, welche
Begeisterung ihr Vorhaben auslöste.
Eine Unterschrift unter einer vorbereiteten Liste besiegelte die künftige Mitgliedschaft. Binnen kurzer Zeit hatte sich eine ansehnliche
Anzahl von "potentiellen Gründern" eingetragen und die Gründungsversammlung konnte einberufen werden.
Hier zeigte sich dann, dass im Zuge der Vereinsgründung viele Formalitäten beachtet werden mussten (Satzung, Vereinsform, Organe,
Vereinslokal etc.).
Nach der Gründung folgten viele Veranstaltungen, die noch heute fester Bestandteil des Vereinslebens sind.
Es ist schon bemerkenswert, dass auch bei sich ständig veränderndem Mitgliederkreis nicht nur die traditionellen Aktivitäten weiter
gepflegt werden, sondern weitere Veranstaltungen ins Leben gerufen wurden, die den Zusammenhalt und die Geselligkeit in der Schlarper
Dorfgemeinschaft fördern (Kirmes, Dorffest, Weihnachtsmarkt u.s.w.).
Aktive und motivierte Vorstände und Mitglieder haben während dieser Zeit mit großem Engagement dazu beigetragen, den Verein immer
weiter zu entwickeln und die Schlarper in den vielen geselligen Veranstaltungen zusammenzuführen.

Besonders erfreulich ist, dass die Dorfgemeinschaft die Aktivitäten des Vereins unterstützt und durch ihre rege Beteiligung zum Ausdruck
bringt.
(Quelle: Erinnerungen an das Entstehen des Vereins von Ottmar Biermann)


Protokoll der 1. Sitzung des JCS am 04.04.1973 im Gasthaus Reinewart

Beginn der Sitzung: 19.30 Uhr
Zu Beginn der Sitzung waren 19 Mitglieder anwesend. Die Anzahl erhöhte sich bis 20.00 Uhr auf 29.

Die Sitzung wurde durch Ottmar Biermann eröffnet, der auch zugleich alle Anwesenden herzlich begrüßte.
Danach wurde auf die derzeitige Lage der Junggesellen eingegangen. Anschließend wurde die neue Organisation der Junggesellen geklärt.
Nachdem dies geschehen war, wurde beschlossen, eine Satzung den Junggesellenverein Schlarpe aufzustellen.

Vorschläge für die Satzung:
1. Das Mindestalter für den Eintritt in den Junggesellenclub sollte das 15. Lebensjahr sein. Die Altersgrenze nach oben für einen Eintritt ist
unbegrenzt. Dieser Vorschlag wurde von allen einstimmig angenommen. Harald Korte machte den Vorschlag, dass auch Verheiratete, die vorher
Mitglieder waren, weiter auf freiwilliger Basis Mitglieder im Club bleiben könnten. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

2. Es wurde beschlossen, den Vorstand aus folgenden Personen zusammenzusetzen:
Außerdem sollten noch drei Kassenprüfer gewählt werden, die aber nicht dem Vorstand angehören.

3. Beitragshöhe
Die Beitragshöhe von DM 1,00 monatlich wurde einstimmig beschlossen.

4. Geld für Geschenke und Fahrten
Hierfür wurden mehrere Vorschläge eingebracht.
  1. Ottmar Biermann brachte den Vorschlag ein, dass die Geschenke von allen Mitgliedern bezahlt werden und nicht nur von denen, die am Singen
    teilnehmen. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt.
  2. Der zweite Vorschlag war, dass alle am Singen teilnehmenden DM 2,00 bezahlen sollten. Hiervon sollte das Geschenk gekauft werden und
    die Fahrer bezahlt werden Es sollte bei jeder Hochzeit dieser Beitrag kassiert werden, egal ob die Hochzeit vor Ort oder auswärts
    stattfindet. Auch dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit abgelehnt.
  3. Jeder am Singen teilnehmende sollte DM 1,00 für das Geschenk bezahlen. Dazu sollten DM 0,20 /km für den Fahrer bezahlt werden.
    Sollten zu wenige aktive Teilnehmer zum Singen erscheinen, würde der fehlende Betrag aus der Kasse genommen. Sollte Geld übrig sein,
    würde dies der Kasse zufließen. Der Wert der Geschenke sollte einheitlich sein. Dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit der Anwesenden
    angenommen.

Als nächstes wurde der Punkt: "Beitritt in den Junggesellenclub" angesprochen.
Eintritt:
Der Eintretende kann zu jeder Zeit in den Club eintreten. Der Beitrag wird von dem Eintrittsmonat an gerechnet, wobei das genaue Datum nicht
ausschlaggebend ist.
Austritt:
Der Austritt ist zum Ersten eines jeden Monats möglich. Der Austretende muss aber für den Monat, indem er austritt noch den Beitrag entrichten.

Diese beiden Vorschläge wurden von den Anwesenden einstimmig angenommen.
Danach wurde der Punkt "Satzungsänderung" angesprochen.
Wenn eine Satzungsänderung durchgeführt werden soll, muss eine Sitzung, an der alle Mitglieder teilnehmen, durchgeführt werden.
Wenn bei der ersten Versammlung nicht die notwendige Mehrheit erreicht wird, muss eine zweite Sitzung einberufen werden. Bei der zweiten
Sitzung kann dann die 2/3 Mehrheit der anwesenden Mitglieder eine Satzungsänderung beschließen.
Auch dieser Punkt wurde von den Anwesenden einstimmig beschlossen.

Nach einer heftigen Debatte wurde beschlossen, sofort den Vorstand zu wählen. Es wurde das Einstimmenwahlsystem und eine offene Abstimmung
beschlossen.

Vorschläge zur Wahl des 1.Vorsitzenden:
  1. Berthold Ruwisch - 17 Stimmen
  2. Ottmar Biermann - 7 Stimmen
  3. Friedbert Wielert - 0 Stimmen
  4. Harald Korte - 1 Stimme
3 Stimmenthaltungen

Somit wurde Berthold Ruwisch zum 1. und Ottmar Biermann zum 2. Vorsitzenden gewählt. Beide nahmen die Wahl an.

Vorschläge für die Wahl des Kassenwartes:
  1. Friedbert Wielert
  2. Bernd Elias
  3. Edwin Beller
  4. Harald Korte

Friedbert Wielert erhielt 18 Stimmen, damit die Mehrheit, und nahm die Wahl zum Kassenwart an.

Vorschläge zur Wahl der zwei Schriftführer:
  1. Rolf Güllenbeck
  2. Harald Korte
  3. Edwin Beller

Nach der Wahl ergab sich, dass Rolf Güllenbeck 1.Schriftführer und Harald Korte 2. Schriftführer wurden. Beide nahmen die Wahl an.

Vorschläge zur Wahl der Kassenprüfer:
  1. Detlef Güllenbeck - 14 Stimmen
  2. Bernd Gierke - 28 Stimmen
  3. Wolfgang Hartje - 11 Stimmen
  4. Bernd Elias - 11 Stimmen
  5. Edwin Beller - 14 Stimmen

Nach der Wahl ergab sich folgender Stand:
Als Kassenprüfer wurden gewählt:
  1. Bernd Gierke
  2. Detlef Güllenbeck
  3. Edwin Beller

Die Wahl wurde von allen angenommen.

Als nächster Punkt kam der Punkt "Festausschuss".
Hier wurde der Vorschlag unterbreitet, dass der Vorstand die Aufgabe und Organisation übernimmt und dazu noch weitere Mitglieder für
spezielle Aufgaben heranziehen kann. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
Als nächstes kam der Punkt "Verschiedenes".
Zunächst wurde die Wahl des Vereinslokals angesprochen.
Vorschläge:
  1. Ruwisch
  2. Reinewart
  3. Schützenhaus

Zum ersten Vereinslokal wurde die Gaststätte Reinewart gewählt.
Es wurde weiterhin beschlossen, dass das Vereinslokal für ein Geschäftsjahr auf jeder Generalversammlung neu gewählt wird.

Anschließend stand die Aufnahme von Wolfgang Keller in den Verein zur Debatte.
Einer Aufnahme wurde von allen Anwesenden zugestimmt.

Die Aufnahme von weiteren nicht Ortsansässigen wird in der nächst folgenden Sitzung, die dem Aufnahmeantrag folgt, entschieden.
Bei Personen, die bei Mitgliedern zu Besuch sind, und am Singen teilnehmen wollen, können Ausnahmen gemacht werden. Sie müssen
ebenso, wie dei Mitglieder Geld für das Geschenk und den Fahrer zu bezahlen. Hieraus sollte jedoch keine Regelmäßigkeit werden.

Danach wurde das Gespräch auf den Verein gebracht. Es wurde darüber diskutiert, ob wir ein eingetragener Verein werden sollten,
oder nicht. Nachdem Bernd Gierke erläutert hatte, was ein eingetragener Verein für Aufgaben und Pflichten hat, wurde einstimmig
beschlossen, dass der JCS kein eingetragener Verein werden soll.

Die nächste Versammlung findet im Juni statt.
Vor jeder Versammlung wird in der Gaststätte Reinewart eine Einladung ausgehängt. Zusätzlich wird vor der Gaststätte ein Kasten
angebracht, in dem alle Mitteilungen des Vereins ausgehängt werden.

Als letztes wurde über den Namen des Junggesellenvereins entschieden.
Es wurden folgende Vorschläge gemacht:
  1. Junggesellen Verein Schlarpe
  2. Junggesellen Schlarpe
  3. Junggesellenclub Schlarpe

Die Mehrheit der Anwesenden sprach sich für "Junggesellenclub Schlarpe" aus.

Zum Schluss der Versammlung wurde der Antrag gestellt, alle Beschlüsse, die in der Versammlung gefasst wurden, sofort zu verlesen.
Diesem Antrag stimmte die Mehrheit zu.
Das Protokoll der Sitzung wird seither auf der darauffolgenden Sitzung verlesen.

Versammlungsschluss war um 22.15 Uhr.